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06.11.2016, Paderborn. Es braucht ein neues Bewusstsein!

Abschlussveranstaltung der "Fairen Gemeinde"

Annika Manegold (BDKJ-Vorsitzender) und Ansgar Kaufmann (Vorsitzender Diözesankomitee) überreichen Erzbischof Hans-Josef Becker die beim \"Runden Tisch Nachhaltigkeit\" erarbeiteten Empfehlungen zur Verstetigung des Themas Nachhaltigkeit auf Bistumsebene.


06.11.2016, Paderborn. 77 Gemeinden, Kitas, Schulen, Einrichtungen, Verbände, Initiativen oder Konvente innerhalb des Erzbistums haben sich in den vergangenen vier Jahren gezielt und konsequent für die Themen Nachhaltigkeit und Fairer Handel eingesetzt. Die meisten von ihnen wurden bisher dafür vom Projekt „Faire Gemeinde“ ausgezeichnet. Die drei Projektträger, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Erzbistum Paderborn, das Diözesankomitee sowie das Fachreferat Weltmission und Frieden, hatten nun zur Abschlussveranstaltung des Projektes „Faire Gemeinde“ bei den Schwestern der Christlichen Liebe - eine als „Fairer Konvent“ ausgezeichnete Gemeinschaft - eingeladen.

Das Projekt "Faire Gemeinde" zeichnete das durchgeführte und angestoßene Engagement durch Label und Urkunde aus, wenn eine Gruppierung in den Bereichen Nachhaltigkeit und Fairer Handel aktiv war und aus den Themenfeldern Energie und Mobilität, Lebensmittel, Materialbeschaffung oder Finanzen Verbesserungen umgesetzt hatte.

Dass Verbesserungen dringend nötig sind, zeigten verschiedene Erfahrungen: Noch nördlich des Nordkaps waren Erzbischof Hans-Josef Becker während einer Reise Plastiktüten aufgefallen: „Das sind drastische Auswirkungen, die durch unsere Nachlässigkeit produziert wurden“, so der Erzbischof. Dass es auch anders geht, konnte Ulrich Klauke, Leiter des Referates Weltmission und Frieden, aufzeigen: In Rwanda, dem einzigen Land weltweit, sind Plastiktüten verboten.

Erzbischof Hans-Josef Becker bedankte sich im Gottesdienst bei der großen Zahl der Beteiligten, die durch ihren Einsatz die „Faire Gemeinde“ mit Leben gefüllt haben. Durch sich das anschließende Programm führte Kabarettist, Autor Moderator Erwin Grosche, der das Projekt als Botschafter unterstützt hatte.

Musikalischer Einstieg von Erwin Grosche

Erwin Grosche verstand es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer überraschend in das Programm mit einzubeziehen. So wurde bekannt, dass die Dorfinitiative „Pro Fürstenberg“, die sich auch mit der Anschaffung eines Elektro-Autos um die Auszeichnung beworben hatte, mehr als 80% der Vereine und Verbände im Ort mobilisiert hatte, zukünftig zu eigenen Veranstaltungen nur noch Kaffee aus Fairem Handel auszuschenken. „Nach oben ist noch Luft, auch dabei können wir uns noch verbessern“, so Raimund Günter, Ortsvorsteher aus Fürstenberg. Der Karnevalsverein Fürstenberg nutzt daher auch „Faire Kamelle“ als Wurfmaterial zu Karnevalsumzügen. 

Das Familienzentrum Nieheim hatte im Rahmen der Projektbeteiligung von Plastik- auf Jutebeutel umgestellt, die von den Kindern selbst gestaltet wurden und für den Transport von erstellten Basteleien regelmäßig eingesetzt werden. „Kinder sind die besten Multiplikatoren. Sie tragen ihre Erfahrungen mit nach Hause“ wusste Klaudia Freye aus Nieheim, die in ihrer Einrichtung auch die Idee der „Energiedetektive“ auf den Weg gebracht hat. Nicht benötigtes Licht in ungenutzten Räumen oder laufenden Wasserhähnen kommen die Kinder dadurch auf die Schliche.

Auch das Wegwerfen von Lebensmitteln wurde thematisiert: Die Studentenschaft des „Pauluskollegs“ in Paderborn war es leid, dass beim Mittagessen sowohl beim Hauptgang als auch beim Dessert viel zu viel übrigblieb und anschließend die Lebensmittel in der Tonne landeten. Kurzerhand wurden die bestellten Mengen reduziert.

Eine Studentin des Pauluskollegs berichtet von Möglichkeiten, Lebensmittelreste einzusparen.

Erzbischof Hans-Josef Becker formulierte seine Hoffnung, dass das Bewusstsein der „Fairen Gemeinde“ Früchte trägt und die Menschen mit Konsumgütern nicht gedankenlos umgehen. „Unreflektiertes Wegwerfen kann nicht richtig sein“, so Erzbischof Becker.

Einschätzungen und Erfahrungen von Erzbischof Hans-Josef Becker waren gefragt.

Annika Manegold und Ansgar Kaufmann überreichten dem Erzbischof Empfehlungen zur Verstetigung und Intensivierung des Bereichs Nachhaltigkeit innerhalb des Erzbistums Paderborn, denn „für die Arbeit am Thema Nachhaltigkeit soll es nachhaltig weitergehen. Das Ender der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Vieles ist noch möglich!“ so Ansgar Kaufmann, Vorsitzender des Diözesankomitees.

„Wir bleiben dran“ versprach der Erzbischof.

Und das persönliche Ziel von Erwin Grosche: Kaffee aus Fairem Handel bei Weyhers im Haxtergrund einzuführen.

Alle Fotos: Schäfer

100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zur Abschlussveranstaltung gekommen.

Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Erzbischof Hans-Josef Becker waren durchaus erwünscht. Hier Dagmar Feldmann.

Raimund Günter zum hohen Engagement der Vereine und Verbände in Fürstenberg im Bereich Fairer Handel und Klimaschutz


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