Das Projekt
Projekthintergründe

Foto: Paulus Decker
Dass Ressourcen und Güter auf der Welt ungerecht verteilt sind und unser Lebensstil ökologische Auswirkungen auf die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen hat, ist eine Tatsache, die uns schon lange bewusst ist. Über die Medien erfahren wir immer wieder vom wachsenden Abstand zwischen Arm und Reich und von der scheinbar unausweichlichen Klimakatastrophe – und die zahlreichen Konferenzen, Bemühungen und Beschlüsse scheinen oftmals nicht zum ursächlichen Kern vorzudringen oder am Ziel vorbei zu gehen.

Wenn wir uns fragen, wie wir eigentlich persönlich einer weiteren Negativentwicklung entgegenwirken können, kommen wir letztendlich zu einer Erkenntnis: Unser Konsumverhalten hat weltweite Auswirkungen auf Mensch und Umwelt – und somit ist jede einzelne unserer Kaufentscheidungen eine Entscheidung für oder gegen sozial und ökologisch vertretbare Herstellungsbedingungen.

Das gilt nicht nur für jede und jeden, sondern auch für Institutionen, Einrichtungen und Gemeinden: Vom Büromaterial über den Strombezug und Elektrogeräte bis hin zu Lebensmitteln und Blumenschmuck werden täglich Kaufentscheidungen getroffen. Öffentliche Beschaffung meint den Kauf von Produkten und Dienstleistungen aus öffentlicher Hand – also den Konsum von Bund, Ländern und Gemeinden. Dabei handelt es sich um Ausgaben von etwa 360 Milliarden Euro, das sind ganze 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Auch die Kirche betätigt sich über ihre Bistümer, Gemeinden, karitative Einrichtungen, Verbände oder Bildungshäuser als Käuferin von Waren und Dienstleistungen. Wissen Sie, was in Ihrer Gemeinde eingekauft wird und nach welchen Kriterien dies geschieht?

Foto: Paulus Decker

Eins steht fest – es besteht enormes Verbesserungspotential Denn auch die Kirche ist momentan in vielen Bereichen noch weit von einer umfassenden öko-fairen Beschaffung entfernt, die sich am Umwelt- und Klimaschutz sowie der Einhaltung der Menschenrechte orientiert. So liegt zum Beispiel der Anteil von fairem Kaffee in Pfarrgemeinden noch bei nur vier Prozent, obwohl die konfessionellen Jugendverbände und Hilfswerke den Fairen Handel vor über 40 Jahren initiiert haben.

 Auf der anderen Seite tut sich bereits etwas: Immer mehr kirchliche Einrichtungen, Bistümer und Diözesen überprüfen ihr Konsumverhalten und setzen sich neue Umwelt- und Sozialstandards. Für eine öko-faire Beschaffung kann man auf ganz unterschiedlichen Ebenen eintreten – und das ist der Ansatzpunkt des Projekts Faire Gemeinde. Man kann dort ansetzen, wo man gerade mit seiner Gemeinde, seiner Einrichtung, seiner Institution, seiner Gruppierung oder seinem Verband steht. Vom fairen Kaffee über bewusste Materialnutzung bis hin zu nachhaltigem Energiebezug – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Nutzen Sie Ihr Wissen und Ihre Ideen, um mit dem Projekt Faire Gemeinde ein Zeichen für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu setzen. Informieren Sie die Öffentlichkeit über Ihr Tun, damit auch andere motiviert werden, in ihrer Gemeinde, Institution, Einrichtung oder ihrem Verband die Weichen in Richtung Fairness gegenüber Mensch und Umwelt zu stellen.


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